In meiner Beitragsserie Fair Reisen für einen nachhaltigen Tourismus zeige ich Ihnen von A – Z, wie man fair reisen kann, was man beachten sollte, wie man sich sinnvoll engagieren und schon mit Kleinigkeiten auf Reisen etwas Gutes für Mensch und Natur tun kann.

Teil 1

Lebensraum – Urlaubstraum

1.035 Millionen Auslandsreisen zählte die Welttourismusorganisation (UNWTO) 2012 – weltweit. Damit reisten erstmals mehr als eine Milliarde Menschen innerhalb eines Jahres ins Ausland.

Fremde, „exotisch“ anmutende Kulturen verlocken, zudem waren Fernreisen noch nie so billig. Fast die Hälfte aller Reisen führen in Entwicklungs- und Schwellenländer, was dem Tourismus einen bedeutenden Stellenwert in den Nord-Süd-Beziehungen verleiht. Tourismus gilt als einer der weltweit wichtigsten Wirtschaftszweige. Damit eröffnen sich Chancen für die Zielländer: Tourismus schafft Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastgewerbe, das traditionelle Handwerk wird gefördert, die Kunst- und Souvenir-Produktion sowie der Handel bieten zusätzliche Einkommensquellen für die einheimische Bevölkerung.

Entwicklungsländer erhoffen sich vom Tourismus deshalb wirtschaftlichen Aufschwung. Der Preis dafür ist oft hoch, denn Tourismus kann auch soziale Ungleichheiten verstärken, Umweltprobleme mit sich bringen und lokale Kulturen überfordern.

Tourismus kann zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Dabei ist Nachhaltigkeit zunächst eine Art des Denkens und Handelns. Deshalb engagieren wir uns gemeinsam mit Partnern für einen fairen und partnerschaftlichen Tourismus, der Reisenden und Bereisten gleichermaßen nutzt. Die Anerkennung des Fremden steht im Mittelpunkt der Reise, das bedeutet: Rücksicht und Respekt vor Glaube, Sitte, Tradition und gesellschaftlichen Umgangsformen.

Wenn Reisende und Bereiste in Kontakt treten, kann dies für beide einen bereichernden Erfahrungsaustausch bedeuten. Reisende sind Gäste und sollten sich deswegen besonders respektvoll gegenüber fremden Kulturen und Lebensräumen verhalten.

Fair Reisen bedeutet was?

  • Respekt vor Fremden Kulturen
  • Partnerschaftliche Beziehungen
  • Ökologische Verträglichkeit
  • Achtung der Menschenrechte

Die innere Einstellung zählt

  • Fremdes mögen und wertschätzen. Ohne Offenheit und Toleranz kann man nicht reisen. „Fremd“ und „anders“ bedeutet nicht „schlecht“.
  • Unter einem Kulturschock leiden Sie, wenn die Eindrücke im Gastland bei Ihnen vermehrt Ängste auslösen, Sie sich überfordert fühlen oder an allem etwas auszusetzen haben. Bleiben Sie gelassen.
  • Seien Sie neugierig und offen. Akzeptieren Sie das Fremde und erfreuen Sie sich daran. Bringen Sie Einheimischen Respekt entgegen, begegnen Sie ihnen auf Augenhöhe.Sie sind weder „Exoten“ noch „primitive Ureinwohner“.
  • Sie haben mehr davon und erleben intensiver, wenn Sie überschaubare Regionen bereisen und nicht versuchen, ganze Länder oder gar Kontinente „abzuhaken“. Weniger ist oft mehr – Sie sind schließlich im Urlaub.
  • Zeiträume und Pünktlichkeit werden in verschiedenen Kulturen unterschiedlich interpretiert. Geduld ist fast überall eine Tugend.

Quelle: Tourism Watch

Im 2. Teil der Beitragsserie geht es unter anderem um folgende Themen:
Welche Unterkunft ist die richtige?
Wie bereite ich meine Reise gut vor?
Welche barrierefreien Reisemöglichkeiten gibt es?